Olli Mustonen

„Er setzt sich bei jedem Konzert mit seinem ganzen Körper ein... und auch mit ganzer Seele. Er ist die lebendige Utopie des Klavierspiels; er hat Grenzen überschritten, von deren Existenz andere Pianisten nicht einmal wissen.“ (The Sunday Times)

„Der Dirigent Olli Mustonen gleicht dem Pianisten Olli Mustonen. Detail für Detail wird fein und präzise, fast wie mit Nadelstichen herausgearbeitet… In manchen Passagen vermitteln seine Klarheit und außergewöhnliche Finesse einen Eindruck, den man nur als visionär bezeichnen kann.“ (BBC Music Magazine)

Olli Mustonen nimmt eine einzigartige Stellung in der heutigen Musikszene ein: der Tradition großer Meister wie Rachmaninov, Busoni und Enescu folgend, kombiniert Mustonen sein musikalisches Können als Komponist, Pianist und Dirigent in einem geradezu einzigartigen Gleichgewicht.

Mustonen wurde in Helsinki geboren und erhielt seinen ersten Unterricht in Klavier, Cembalo und Komposition im Alter von fünf Jahren. Sein erster Klavierlehrer war Ralf Gothoni; anschließend studierte er Klavier bei Eero Heinonen und Komposition bei Einojuhani Rautavaara.

Als Solist konzertierte Olli Mustonen mit den meisten weltweit führenden Orchestern, darunter die Berliner Philharmoniker, die Münchener Philharmoniker, das Chicago Symphony, das New York Philharmonic, das Cleveland Orchestra sowie das Concertgebouw Orchester. Dabei arbeitete er mit Dirigenten wie Vladimir Ashkenazy, Daniel Barenboim, Herbert Blomstedt, Pierre Boulez, Myung-Whun Chung, Charles Dutoit, Christoph Eschenbach, Nikolaus Harnoncourt, Kurt Masur, Kent Nagano, Esa-Pekka Salonen und Jukka-Pekka Saraste. In der Saison 12/13 widmete sich Mustonen unter anderem einen großen Projekt mit dem BBC Scottish Symphony Orchestra und Martyn Brabbins, mit dem Mustonen alle drei Bartók Klavierkonzerte aufgeführt hat und Hindemiths Klavierkonzert für die linke Hand zur UKErstaufführung gebracht hat. Ein weiterer Höhepunkte der letzten Spielzeit war die Aufführung von Respighis „Concerto in modo Misolidio“ mit dem Atlanta Symphony Orchestra. Mustonen gab Klavierabende in allen maßgeblichen Musikmetropolen der Welt, darunter führten ihn vergangene Spielzeiten zum Edinburgh International Festival, der Sydney Opera sowie zum Mariinsky Theater in St. Petersburg. Letzte Spielzeit führte er mit Pekka Kuusisto im Rahmen einer Tournee die Premiere seiner eigenen Violinsonate auf, die von der Londoner Wigmore Hall und der Perth Concert Hall in Auftrag gegeben wurde.

Unter Mustonens engen Verbindungen mit aktuell herausragenden Musikern ist seine Zusammenarbeit mit Rodion Shchedrin, dessen 5. Klavierkonzert Mustonen gewidmet wurde. Zudem lud Shchedrin Mustonen ein, an seinem 70., 75. und 80. Geburtstag aufzutreten. Im August 2013 führte Mustonen Shchedrins 4. Klavierkonzert beim Baltic Sea Festival mit dem Mariisnky Theatre Orchestra unter Valery Gergiev auf. Seine besondere künstlerische Zusammenarbeit mit Gergiev ist eine weitere bedeutende musikalische Verbindung. 2011 schloss Mustonen das Moscow Easter Festival auf persönliche Einladung von Gergiev mit einer Aufführung ab, die in ganz Russland übertragen wurde.

2012 dirigierte Mustonen das Helsinki Philharmonic mit seiner eigenen 1. Sinfonie „Tuuri“. Das Werk wurde vom Tampere Philharmonic in Auftrag gegeben und war unter Mustonens Taktstock bereits uraufgeführt worden. Seine 2. Sinfonie „Johannes Angelos“ wurde vom Helsinki Philharmonic in Auftrag gegeben und wird in der kommenden Saison unter dem Komponisten selbst zu seiner Uraufführung gelangen. Die starke Verbindung zum Helsinki Philharmonic führte dazu, dass Olli Mustonen in der letzten Saison eingeladen wurde, Artist in Residence des Orchesters zu werden. Präsentiert wird er als Dirigent, Komponist und Solist in einer großen Vielfalt von Konzerten. Neben den großen finnischen Orchestern hat Mustonen unter anderem auch die Deutsche Kammerphilharmonie, die Estonian National Symphony, die NHK Symphony, die Northern Sinfonia, das Orchestra della Toscana, die Salzburger Camerata, das Scottish Chamber Orchestra, das Tchaikovsky Symphony Moskau, die Weimarer Staatskapelle und den WDR Köln dirigiert.

Im Zentrum seines Klavierspiels und seines Dirigats steht seine Arbeit als Komponist. Mustonen ist der festen Überzeugung, dass jede Aufführung die Frische einer Premiere haben sollte, um sowohl Publikum als auch Interpret die Möglichkeit zu geben, dem Komponisten wie einem Zeitgenossen gegenüber zu treten. Trotz dieser an die berühmte Aufforderung Gustav Mahlers erinnernde Auffassung, angesichts der Pflege von Tradition nicht in kreative Untätigkeit verfallen zu dürfen, ist er dennoch gleichzeitig skeptisch gegenüber jeder Interpretation, die sich zum Ziel setzt, sich allein durch Andersartigkeit abzusetzen. Sein ausgeprägter Entdeckersinn führt ihn darüber hinaus stetig in neue Repertoirenischen abseits des etablierten Kanons.

Über die letzten drei Spielzeiten hat Mustonen den kompletten Zyklus der Beethoven-Klavierkonzerte als Solist und Dirigent mit dem Melbourne Symphony Orchestra aufgeführt. In dieser Konzertreihe gelangten auch seine eigenen Orchesterwerke zur Aufführung. In Folge dessen wurde Mustonen wieder nach Melbourne eingeladen um in dieser Saison als herausragender Künstler beim Metropolis New Music Festival in all seinen drei Rollen als Pianist, Dirigent und Komponist aufzutreten. Beim North Carolina Symphony Orchestra ist Mustonen in der aktuellen Saison auch als Artist in Residence zu Gast. Andere Höhepunkte dieser Saison beinhalten eine Aufführung in Londons Barbican Centre mit dem BBC Symphony Orchester und Sakari Oramo – mit ihm und dem Royal Stockholm Philharmonic wird Mustonen noch einmal konzertieren – sowie Aufführungen von Beethovens Violinkonzert in seiner Transkription für Klavier mit dem Orchestre de Paris und Paavo Järvi. Mustonen tourt mit dem Australian Chamber Orchestra durch die USA. Rezitale bringen ihn unter anderem in die New York Zankel Hall, seine eigene Klavier Sonate wird beim „Chopin and his Europe Festival“ in Warschaus Fryderyk Chopin Institut aufgeführt und Mustonen geht mit Steven Isserlis und seiner eigenen Cellosonate auf Europatournee.

Auch seine Aufnahmen reflektieren die künstlerische Bandbreite von Olli Mustonen: Seine bei Decca erschienene CD mit Präludien von Schostakowitsch und Alkan wurde mit dem ‚Edison Award‘ sowie dem ‚Grammophon Award‘ für die beste Instrumentaleinspielung ausgezeichnet. Im Jahr 2002 unterzeichnete Mustonen einen Vertrag beim finnischen Label Ondine. Neuerscheinungen bei Ondine beinhalten Respighis „Concerto in modo Misolidio“ mit Sakari Oramo und dem Finish Radio Symphony Orchestra sowie eine CD mit Klavierwerken von Scriabin.