Vom Zeughaus zum Konzertsaal
Über Jahrhunderte diente das vom
Wittelsbacher Pfalzgrafen Friedrich II. in der
Residenz errichtete Gebäude (1521–1539) als
Zeughaus. Den Namen Reitstadel trägt das
Gebäude erst seit 1850, als darin Chevauleger-
Rekruten ihre Reitausbildung erhielten.
Im April 1945 wurde der Reitstadel bis auf die Grundmauern zerstört. Nach langjährigen Diskussionen über einen endgültigen Abriss oder Wiederaufbau wurde das 500 Jahre alte Gebäuderelikt nach 36-jährigem „Ruinendasein“ wiederaufgebaut. Dies ist vor allem der Initiative der langjährigen Oberbürgermeister Theo Betz und dann Kurt Romstöck zu verdanken, der den Stadtratsbeschluss für den Wiederaufbau 1976 initiierte. Nach einer dreijährigen Wiederaufbauphase inkl. zugeordneter Tiefgarage wurde der Historische Reitstadel seiner neuen Bestimmung als Kulturzentrum mit einer breiten Angebotspalette an Musik, Theater und Ausstellungen übergeben.
Besonders die Initiative des Neumarkter Konzertfreunde e.V., dessen Konzerte seit nunmehr 25 Jahren darin stattfinden, verhalf dem Reitstadel zu seinem internationalen Ruf als intimem Konzertsaal (462 Sitzplätze) mit hervorragender Akustik und räumlicher Qualität.
2001 wurde der Reitstadel noch um einen
modernen Glasanbau erweitert, der vier weitere
mit allem funktionsgerechten Komfort
versehene Künstlergarderoben bzw. Solistenzimmer
beherbergt, und lässt seitdem bei den
internationalen Gästen aus Musik, Kunst und
Kultur sowie bei den Produzenten von CDAufnahmen
überhaupt keine Wünsche mehr
offen. Ein neuer, großzügiger Aufzug, der u. a.
Rollstuhlfahrern einen komfortablen Zugang
zum Saal ermöglicht, wurde im Rahmen des
Umbaus ebenfalls eingerichtet.
Es stehen zwei hervorragende Konzert-DSteinway- Flügel zur Verfügung, ein Steinway, 1985 ausgesucht von Alfred Brendel, und ein Steinway-Fabbrini, 2001 ausgesucht von András Schiff. Diese Instrumente sind wegen ihrer individuellen, im Klangbild sich ideal ergänzenden Qualität bei Pianisten für Aufnahmen und im Konzert besonders begehrt.
Wegen seiner Qualitäten und dem ruhigen
Umfeld wird der Reitstadel von internationalen
Labels als Aufnahmestudio für CDEinspielungen
sehr geschätzt und häufig bei
Konzerten für Rundfunkmitschnitte genutzt.
