Antonini dirigiert Haydn | Rezensionen
»Pures Haydn-Glück« oder »Haydn, hyperlebendig« – die Mittelbayerische Zeitung und die Neumarkter Nachrichten über das Konzert vom 12. Oktober 2026 mit Il Giardino Armonico unter der Leitung von Giovanni Antonini.
Antonini dirigiert Haydn
Rezensionen
»Überzeugungstäter am Werk«, schreibt Juan Martin Koch in der Mittelbayerischen Zeitung über den Auftritt von Il Giardino Armonico unter der Leitung von Giovanni Antonini. Das Ensemble stellte im Reitstadel ein Programm aus seinem Projekt »Haydn2032« vor: drei Haydn-Sinfonien in Kombination mit Werken von Gregor Joseph Werner und Gioachino Rossini. Das Ganze »so entschieden wie nur eben möglich mit ›historischer Aufführungspraxis‹ als hyperlebendiges Denkmal«, hält Uwe Mitsching in den Neumarkter Nachrichten fest.
Zu Beginn des Abends: Haydns Sinfonie Nr. 21 und ein Adagio, das laut Koch zeigte, »wie innig und tonschön (trotz sparsamem Vibrato) die Giardino-Streicher singen können«. Presto, Menuett, dann ein Finale mit »scharfen Akzenten«, die »wie die Rivalitätskämpfe zwischen Böcken und Schäfern« gewesen seien, so Mitsching.
»Dirigent Giovanni Antonini trieb das Orchester im Reitstadel zu rasanten, scharf akzentuierten, dabei aber stets elastisch bleibenden Interpretationen an«, fasst Koch die Dynamik des Abends zusammen; für Mitsching ist Antonini ein »Dirigier-Vulkan«.
Pures Haydn-Glück
Beide Rezensenten loben auch die Interpretation von Haydns Sinfonie Nr. 51, die nach Gregor Joseph Werners Fuge V zu hören war. Die Sinfonie besticht durch sehr schwierige Hornpartien, die von den Giardino-Mitgliedern zudem auf Naturhörnern gespielt wurden. »Exquisite Streicherfinesse« habe man laut Koch anschließend bei Rossinis erster Streichersonate erleben können, bevor schließlich das letzte Stück des Abends kam: Haydns »Sinfonie für Spanien«. Il Giardino Armonico erwies sich dabei »weiterhin als Teufelstruppe, die die Hörgewohnheiten gründlich verändert hat«, so Mitsching, oder, wie Koch resümiert: »Pures Haydn-Glück auch hier, der Reitstadel tobte, zwei Finali gab’s als Wiederholungen obendrauf. Mehr davon!«
Auszüge aus der Rezension »Haydn, hyperlebendig: Dirigier-Vulkan Giovanni Antonini mit Naturhörnern im Reitstadel« von Uwe Mitsching, erschienen am 13. Oktober 2026 in den Neumarkter Nachrichten
Auszüge aus der Rezension »Überzeugungstäter am Werk: Il Giardino Armonico in Neumarkt« von Juan Martin Koch, erschienen am 13. Oktober 2026 in der Mittelbayerischen Zeitung

