Eröffnungskonzert
Die Presse ist sich einig: So einen Saisonauftakt muss man sich erst einmal leisten können. Die Neumarkter Nachrichten und die Mittelbayerische Zeitung über das Eröffnungskonzert.
Eröffnungskonzert
Sieben Solisten eröffneten die Saison im Reitstadel Neumarkt
Uwe Mitsching hält in den Neumarkter Nachrichten fest, dass am Abend noch drei Karten übrig waren und auch die um 19.30 Uhr verkauft wurden. Eva-Maria de Oliveira Pinto staunt in der Mittelbayerischen Zeitung über das Programm, das sich die Konzertfreunde da geleistet haben: sieben Solisten, ungewöhnliche Besetzungen, selten gespielte Stücke.
Das muss man sich erstmal leisten können
Den Abend eröffnete Schumanns »Andante und Variationen« in der Urfassung für zwei Klaviere, zwei Violoncelli und Horn. Mitsching hört die Farben darin verteilt: »die Klaviere in rauschendem Andante, die Celli zuständig für dunkles Waldesgrün, das Horn signalisiert den Nachklang der Romantik«.
De Oliveira Pinto hört indes auf das Instrumentarium. Dass die beiden Steinway unterschiedlich klingen, hält sie für einen Gewinn; über den Abend hinweg sei »Schumann der programmatische rote Faden« gewesen, und man habe sich »beinahe wie im Schumannschen heimischen Salon fühlen« können.

Für Bohuslav Martinůs »Three Madrigals« blieben Esther Hoppe und Máté Szűcs allein auf der Bühne. Mitsching hört darin einen Rückgriff bis ins 16. Jahrhundert, »genauso fein ineinandergeschlungen wie bei der Madrigalmusik eines di Lasso«.
De Oliveira Pinto nennt das zweite Madrigal das Highlight des Abends: »Kammermusik am offenen Herzen, freigelegte Zweistimmigkeit, die ganz leicht zerbrechen kann, wenn einer nicht auf den Mitspieler reagiert.« Hätte man sich eine Zugabe wünschen dürfen, schreibt sie, dann Martinů.
Schumanns »Adagio und Allegro« op. 70 stand noch vor der Pause. Für Mitsching war es das innigste Stück des Abends, für de Oliveira Pinto »das Bravourstück für Horn schlechthin«, das Ben Goldscheider »souverän und mit endlosem Atem« präsentierte. Ihr Nachsatz: »Extra-Kompliment für die tiefen Töne!«

Nach der Pause Anton Arenskys zweites Streichquartett, für Mitsching »ein grandseigneurales Stück« und ein Abgesang auf den Freund Tschaikowsky; die beiden Violoncelli bestimmten darin den düsteren Ton.
De Oliveira Pinto fesseln trotz des starken tiefen Registers die Oberstimmen am meisten. Hoppe und Szűcs »atmen zusammen, sind sich einig in Artikulation und Dynamik, geben dem Werk seine Tiefe von den Oberstimmen her«.

Zum Schluss Schumanns »Bilder aus Osten« für Klavier zu vier Händen, bei Mitsching Stücke »mit ihrer orientalischen Poesie und dem süßen Duft der Töne«. De Oliveira Pinto verweist auf Rückerts Makamen und darauf, dass schon die fünf b-Vorzeichen die Zuhörenden »in klangliche Ferne« entrückten.
Ihr Fazit steht im letzten Satz: »Ein verheißungsvoller Auftakt für die neue Konzertsaison in Neumarkt.«
Auszüge aus der Rezension »Innig und romantisch: Seltene Schumann-Werke im Neumarkter Reitstadel gefeiert« von Uwe Mitsching, erschienen in den Neumarkter Nachrichten vom 24.09.2026.
Auszüge aus der Rezension »Neumarkter Konzertfreunde bieten verheißungsvollen Saisonauftakt« von Eva-Maria de Oliveira Pinto, erschienen in der Mittelbayerischen Zeitung vom 24.09.2026.

