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Musique française | Rezension Mittelbayerische Zeitung

Das junge Trio Moreau spielte Musik junger Komponisten - auf höchstem Niveau!

Das machte horrenden Spaß!

Drei französische Instrumentalisten – drei Brüder, Edgar, David und Jérémie Moreau – spielten zum Saisonabschluss bei den Neumarkter Konzertfreunden französische Musik des 19. Jahrhunderts. Und da passte wirklich alles zusammen: Junge Musiker und das Klaviertrio von Claude Debussy, das der erst 18-Jährige in Florenz komponiert hatte – Jugendfrische also allenthalben. (…) Das Klaviertrio G-Dur wurde erst 1982 entdeckt, 1986 herausgegeben. Ruhig ausschwingend und sehr farbig begann das Trio Moreau, ließ betörende Klänge sich hochschaukeln, nahm vorbildlich Rücksicht auf die Kollegen. Keiner stand im Vordergrund. Der Pianist agierte besonders einfühlsam, packte zu, wo nötig, und trat zurück, wo die anderen die Oberhand hatten. Skurrile Pizzicato-Effekte im Scherzo arbeitete das Trio heraus, kostete leidenschaftliche Melodielinien aus, Unisoni in den Streichern schafften Polarisierung. (…) 

 

 

Das Trio Moreau bewies, dass es für französische Musik nie elegant genug sein kann.
Das Trio Moreau bewies, dass es für französische Musik nie elegant genug sein kann.

Jérémie, der Pianist, der früher Balletttänzer werden wollte, agierte auch auf seinem Instrument äußerst beweglich und differenziert. David, Absolvent des Pariser Conservatoire und der BarenboimSaid Akademie, konnte die beiden Brüder durchaus klanglich überstrahlen, nutzte die Möglichkeit aber nur dosiert und raffiniert. Edgar, der Cellist, mit 32 Jahren der Älteste im Trio und ein weltweit gefragter Solist, betörte mit seinen Cantilenen, trieb die Eleganz auch mit seinem Outfit auf die Spitze und ließ nicht nur die Töne aufblitzen, sondern auch die tiefroten Louboutin-Sohlen seiner Schuhe. 

Alle drei Klaviertrios entstanden zwischen 1880 und 1892. Debussys Trio und auch das der französischen Komponistin Rita Strohl (1865-1941) sind Jugendwerke. Debussy war erst 18, Strohl 19, als sie ihre Trios schrieben. Die Komponistin wurde früh gefeiert mit ihrem wilden Talent, aber auch schnell vergessen. Klassisch aufgebaut und eher an deutsche Musik sich annähernd, schrieb sie auch frei fließend und leidenschaftlich, sehr lyrisch im Satz »Prière«, ein wenig ausufernd im Finale ihres »Les adieux et le départ« übertitelten Werks vom Abschied und Aufbruch. Camille Saint-Saëns zweites Klaviertrio e-Moll kam im Reitstadel klangmächtig als reifes Werk von sinfonischem Ausmaß daher. Durchsichtigkeit und Farbe lagen im Klavier. Das charmante Andante con moto ist das Mittelstück des fünfteiligen Werks, raffiniert gemacht durch eine absteigende Tonleiter als Thema, als große Durchführung ausgearbeitet. 

Einfühlsam und virtuos - die drei Brüder vom Trio Moreau
Einfühlsam und virtuos - die drei Brüder vom Trio Moreau

Der Schlusssatz mit Doppelfuge machte nicht nur den Musikern, sondern auch dem Publikum horrenden Spaß; rasante Spiccati und andere Effekte rundeten sich am Ende zum großen Bogen. 

Das Konzert kombinierte die passende Musik mit dem richtigen Ensemble: junge Franzosen mit französischer Musik von noch jungen Komponisten, mit Verve und Esprit gespielt – und das auf höchstem musikalischem Niveau.

 

Auszüge aus der Konzertkritik von Claudia Böckel, erschienen am 23. Juni 2026 in der Mittelbayerischen Zeitung.

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