Presse

Saison 2026/27 | Vorbericht Mittelbayerische Zeitung

Reiche Saison im Reitstadel - Neumarkter Konzertfreunde zeigen feines Gespür für neue Namen und außergewöhnliche Programme

Reiche Saison im Reitstadel

Die neue Saison bietet wieder eine frische Mischung an Musik; wer noch Karten will, muss schnell sein.

Was als Geheimtipp begann, ist mittlerweile bundesweit bekannt, manche sprechen bereits von einem Mythos: die Konzertreihe der Neumarkter Konzertfreunde. Das Erfolgsrezept dahinter ist eine wertbeständige Mischung aus hochkarätigen etablierten Künstlern und vielversprechenden Newcomern, aus verschiedensten instrumentalen und vokalen Formationen von Solo bis Kammerorchester, außerdem eine große stilistische Bandbreite mit Repertoire-Nischen und Uraufführungen. 

Der künstlerische Leiter der Konzertreihe, Ernst-Herbert Pfleiderer, beweist seit Jahrzehnten schon ein treffliches Gespür für neue Namen in der Musikszene und für außergewöhnliche Programme. Für ihn ist Kammermusik wie »ein Meer an Möglichkeiten«, aus dem er »nach selten gespielten Werken« oder »nach ungewöhnlichen Besetzungen« fischt. Dabei weiß er genau, was er seinen Konzertfreunden an Altvertrautem bieten muss und was er ihnen an Neuigkeiten zumuten darf. Die 46. Saison bietet eine frische Mischung wie eh und je. 

Zum Gelingen trägt maßgeblich auch die in Musikerkreisen schon sprichwörtliche herausragende Akustik des Neumarkter Reitstadels bei. Publikum und Musiker profitieren gleichermaßen von der guten Akustik, denn der Klang ist auf beinahe allen Plätzen im Reitstadel außerordentlich präsent und die Musiker können an spieltechnische Grenzen gehen, die in weniger guten Sälen zu riskant wären. Ein pianissimo ist hier wirklich ein pianissimo. 

Musikbegeisterte aus ganz Deutschland kommen gern

Kommt zu alledem noch Fingerspitzengefühl, Souveränität und Diplomatie, wie man der künstlerischen Leitung der Neumarkter Konzertfreunde attestieren darf, so entsteht ein attraktives Alleinstellungsmerkmal. Kein Wunder also, dass Musikbegeisterte bundesweit und noch darüber hinaus die Oberpfalz durch Neumarkt und seine Konzertfreunde lokalisieren können.

 

Esther Hoppe - Eröffnungskonzert am 23. September 2026.
Esther Hoppe - Eröffnungskonzert am 23. September 2026.

Das Programm der kommenden Konzertsaison reflektiert erwartungsgemäß die künstlerische DNA der Neumarkter. Den Auftakt macht am 23. September ein Ensemble von hochdekorierten Solisten (Ester Hoppe, Máté Szücs, Christian Poltéra, Ben Goldscheider, Schaghajegh Nosrati und Juho Pohjonen) mit Raritäten von Schumann, Martinu und Arensky. 

Liebhaber der historisch informierten Aufführungspraxis dürfen das Sonderkonzert von Il Giardino Armonico am 12. Oktober keinesfalls versäumen; im Rahmen ihres Projekts »Haydn2032« spielen sie drei Haydn-Symphonien und Werke von Werner und Rossini.

Die lautten compagney BERLIN – erstmals zu hören am 27. Januar in der herausragend guten Akustik des Reitstadels.
Die lautten compagney BERLIN – erstmals zu hören am 27. Januar in der herausragend guten Akustik des Reitstadels.

Mit einem besonderen Schmankerl starten die Konzertfreunde am 27. Januar in das Jahr 2027: Die lautten compagney BERLIN schlägt den großen Bogen vom Frühbarock bis zu Arrangements von Popsongs. Mit dem Projekt »The Lute Songbook« feiert sich das Barockensemble selbst zum 40-jährigen Jubiläum. Diese originelle Mischung von Pop mit historisch informierter Aufführungspraxis macht den Musikerinnen und Musikern sichtbar und hörbar Spaß; der überspringende Funke und großer Hörgenuss sind garantiert. 

Am 24. März wird es spannend, denn die Geigerin Lisa Batiashvili (begleitet von Giorgi Gigashvili) bringt neben Werken von Beethoven, Bartók und Franck eine Uraufführung des georgisch-israelischen Komponisten Josef Bardanashvili zu Gehör.

Es gibt eine Warteliste und eine Kartenbörse 

Tief gefischt im Meer der kammermusikalischen Möglichkeiten haben Hana Chang, Jean-Sélim Abdelmoula und das Quatuor Agate, die am 23. April sehr selten gespielte Werke von Kreisler, Elgar und Chausson interpretieren.

 Ein großartiges europäisches Programm bietet Itai Navon am 13. Mai mit Schubert Janáček, Fauré, Debussy und Bartók. 

Itai Navon wird am 13. Mai 2026 seine Premiere bei den Neumarkter Konzertfreunden geben.
Itai Navon wird am 13. Mai 2026 seine Premiere bei den Neumarkter Konzertfreunden geben.

In dieser Werkauswahl lässt sich gut hören, dass Musik keine Grenzen kennt und sich Komponisten immer schon über nationale Grenzen hinweg beeinflussten. 

Die Konzerte sind – wie immer in Neumarkt – schon weitgehend ausgebucht. Man man sich aber in eine Warteliste eintragen. Es lohnt sich – auch das: wie immer in Neumarkt.

Dieser Artikel von Eva-Maria de Oliveira Pinto ist am 29. Mai 2026 in der Mittelbayerische Zeitung erschienen.