Seit seinem Debüt mit den königlichen Stockholmer Philharmonikern im Jahr 1981 tritt Roland Pöntinen weltweit mit bedeutenden Orchestern auf. Zu den Höhepunkten zählen Aufführungen mit dem Philharmonia Orchestra in Paris und LondonON, mit dem Los Angeles Philharmonic im Hollywood Bowl, mit dem Scottish Chamber Orchestra in Glasgow und Edinburgh sowie Auftritte bei den London Proms, wo er sowohl das Grieg-Klavierkonzert als auch das Ligeti-Klavierkonzert gespielt hat.
Dank seines unstillbaren musikalischen Hungers und seiner beeindruckenden Technik hat er sich ein umfangreiches Repertoire angeeignet, das von Bach bis Ligeti reicht. Der Schwerpunkt liegt auf der »goldenen Ära« der Klavierliteratur vom 19. Jahrhundert bis zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit Komponisten wie Debussy, Busoni, Szymanowski und Rachmaninow. Pöntinen hat den gesamten Zyklus der Beethoven-Sonaten sowie Liszts »Années de pèlerinage« aufgeführt.
Zahlreiche Komponisten, darunter Sven-Erik Bäck, Veli-Matti Puumala, Anders Eliasson und Anders Hillborg, haben ihm Werke gewidmet, und 2007 brachte er gemeinsam mit dem Komponisten beim Verbier Festival die Weltpremiere von Shchedrins »Romantic Duets« zur Aufführung. Als gefragter Kammermusiker hat Pöntinen mit namhaften Künstlern wie Barbara Hendricks, Janine Jansen, Nobuko Imai, Peter Mattei, Martin Fröst, Zvi Zeitlin, Ulf Wallin, Torleif Thedéen, Håkan Hardenberger, Arve Tellefsen, Christian Lindberg und Nicolai Gedda zusammengearbeitet.
Im Juni 2017 nahm Pöntinen Bernsteins »The Age of Anxiety« mit dem Arctic Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Christian Lindberg auf und erweiterte damit seine umfangreiche Diskografie, die fast 100 Aufnahmen für u. a. BIS, c p o, Arte Nova, EMI, Philips und sein eigenes Label Haddock umfasst.
Roland Pöntinen ist auch als Komponist tätig; sein Werk »Blue Winter« wurde 1998 vom Philadelphia Orchestra unter der Leitung von Wolfgang Sawallisch in der Carnegie Hall aufgeführt. Sein Werk »L’éléphant rose« für Trompete und Klavier, das er für Håkan Hardenberger komponierte, wurde 2016 in der Wigmore Hall uraufgeführt. Er hat zudem Musik von Legrand, Joni Mitchell und Weill für Hardenberger und die Academy of St Martin in the Fields arrangiert.
Die ersten Werke von Roland Pöntinen – abgesehen von zahlreichen kompositorischen Versuchen in seiner Kindheit – entstanden für seine eigene Jazzband, die er 1981 gegründet hatte. Die Musik war eine Mischung aus Bebop, Fusion und Pöntinens eigenem melodiösen Stil und für die flexible Besetzung der Band komponiert: Klavier, Bass, Schlagzeug, Streicher, Saxophone, manchmal ergänzt durch eine Flöte oder ein Fagott. Eines dieser Stücke, »Camera«, eine durchgehende Melodie von achtzig Takten, in der sich kein Abschnitt wiederholt, wurde später in ein Werk für Posaune und Klavier umgewandelt, das Christian Lindberg gewidmet war. Die intensive Zusammenarbeit mit Lindberg führte bald zu einem größeren Stück für Posaune und Streicher, »Blue Winter«, das speziell für Christian Lindbergs CD »The Winter Trombone« geschrieben wurde.
Pöntinen komponiert Musik, wann immer es sein voller Tourneeplan als Konzertpianist zulässt, und selbst dann nur zu seinem eigenen Vergnügen oder wenn ein guter Freund wie Martin Fröst oder Håkan Hardenberger ihn darum bittet. Sein ungebrochenes Interesse an Jazz und Popmusik hat ihn dazu inspiriert, zahlreiche Arrangements von Stücken von Kate Bush, Radiohead, David Bowie und anderen zu schreiben. Seine jüngsten Errungenschaften auf diesem Gebiet sind Arrangements von Liedern von Weill, Legrand und Joni Mitchell, die er für Håkan Hardenberger geschrieben hat und die von Hardenberger und der Academy of St Martin-in-the-Fields auf der CD »Both Sides Now« aufgenommen wurden.
»Danse Serpentine« wurde für den Klarinettisten Martin Fröst komponiert und im April 2010 von Fröst und dem Komponisten in der Wigmore Hall uraufgeführt. Hillary Finch schrieb nach der Londoner Uraufführung in der Times: »Pöntinens eigenes Werk Danse Serpentine wurde speziell für diese Uraufführung in der Wigmore Hall geschrieben, und seine acht Minuten voller Kurven und Wirbel waren ein kunstvoll gestaltetes Paradestück für beide Interpreten als Klangmaler.«
Pöntinen ist Mitglied der Königlich Schwedischen Musikakademie und erhielt 2002 die Litteris et Artibus – eine königliche Medaille zur Anerkennung herausragender Leistungen im künstlerischen Bereich.