Ein Schwede in Paris | Konzertkarten zu gewinnen
Einige der schönsten Klassiker für Klarinette und Klavier mit Martin Fröst und Roland Pöntinen! Wer das Konzert am 16. Oktober 2026 kurzfristig besuchen möchte, hat die Chance, 3×2 Karten zu gewinnen. Melden Sie sich einfach bis Freitag telefonisch bei uns unter 09181 299 622 – wir sind täglich zwischen 10 und 14 Uhr erreichbar. Zur Einstimmung auf das Konzert gibtʼs im Folgenden einen Kurzessay über die Werke des Abends.
Masken
Kurzessay von Dariusz SzymanskiDie herausragende Stellung der Klarinette in der französischen Musik um 1900 entstand aus dem Zusammenwirken technischer Innovationen, einer neuen Klangästhetik und der Suche nach einer eigenständigen französischen Musiksprache. Mit dem von Hyacinthe Klosé weiterentwickelten Böhm-System gewann die Klarinette an Intonationssicherheit und Beweglichkeit. Zugleich förderte das Pariser Conservatoire neue Solowerke für Holzbläser und half so, deren klangliche Möglichkeiten zu erweitern.
Im Unterschied zur deutschen Spätromantik, die musikalischen Ausdruck oft als unmittelbares Bekenntnis verstand, bevorzugte die französische Musik das Spiel mit Rolle, Maske und Verwandlung. Die Klarinette erwies sich dafür als ideales Instrument. Mit ihren wechselnden Klangfarben kann sie Stimme, Schauspielerin, Traumgestalt oder Naturwesen sein.
Diese Entwicklung lässt sich an den heute vorgestellten Werken verfolgen. In Ernest Chaussons »Andante et Allegro« steht die Klarinette noch in der Tradition der Romantik: Sie erscheint als Sängerin einer imaginären Opernszene. In Claude Debussys »Première Rhapsodie« wird sie zur mythologischen Gestalt, halb Mensch, halb Tier, die unvermittelt Ausdruck und Bewegung wechselt. Camille Saint-Saëns’ Klarinettensonate zeigt eine Folge stilistischer Masken. Konversation, Volkstümlichkeit, Kontemplation und Virtuosität: Die Klarinette erscheint als Schauspielerin, die in jedem Satz zwischen verschiedenen Rollen wechselt. Nicht als mondäne Actrice, sondern als Pierrot tritt das Instrument in Francis Poulencs Klarinettensonate auf, lachend und weinend, sentimental und ironisch, ernst und kindlich zugleich.
Einen anderen Weg ging Olivier Messiaen. In »Abîme des oiseaux« aus dem »Quatuor pour la fin du temps« wird die Klarinette zur Stimme zwischen Zeit und Ewigkeit. Auch in »Le Courlis cendré« für Klavier solo verschwindet die menschliche Figur: Die Musik stellt keinen Charakter mehr dar, sondern lässt die Natur selbst sprechen.
Hier finden Sie das vollständige Konzertprogramm vom 16. Oktober 2026.
