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Dr. Michael Ladenburger, (Leiter des Museums und Kustos der Sammlungen des Beethoven-Hauses Bonn)
András Schiff, Klavier
für die Konzertmatinee am Sonntag, den 10. Juni 2012 (András Schiff: "Variationen")
Ein Blick in und auf die Diabelli-Variationen anhand der Originalhandschrift
Eintritt:
Ludwig van Beethoven 33 Veränderungen über einen Walzer von Anton Diabelli, op. 120, Autograph (Beethoven-Haus, Bonn NE 294)
Eine lebendige Handschrift
Das Autograph der Diabelli-Variationen erlaubt einen tiefen Blick in Beethovens Werkstatt. Es zeigt sehr anschaulich, wie der Komponist gearbeitet hat, wie er in mehreren Arbeitsschritten durch Ergänzungen, Streichungen, Überklebungen, Einlegeblätter u.a.m. um die Fassung letzter Hand gerungen hat, die seiner strengen Selbstkritik standhielt. Seine Handschrift schwankt zwischen Disziplin, die dem Wunsch, eine gut lesbare Reinschrift zu erstellen, geschuldet ist und großer Spontaneität und Expressivität. Der Schreibduktus verrät viel über Beethovens musikalische Intentionen. Das Manuskript ist mithin auch ein Spiegelbild von Beethovens komplexer Persönlichkeit.
Die Handschrift war von Anbeginn an höchst attraktiv. Der Initiator des Variationenzyklus', Anton Diabelli, wollte das Autograph unbedingt besitzen und schützte vor, es als Verleger des Werks als Eigentumsnachweis zu benötigen. Tatsächlich ist es ihm gelungen, Eigentümer der Handschrift zu werden. Später war sie im Besitz zweier prominenter Autographen-Sammler: Heinrich Steger in Wien und Louis Koch in Frankfurt a.M. Danach war das Manuskript lange Jahre in unzugänglichem Privatbesitz. Im Jahre 2009 konnte es dank der Unterstützung zahlreicher Förderer, zu denen die öffentliche Hand, öffentliche und private Stiftungen sowie viele Musikliebhaber aus aller Welt gehörten, für die Sammlung des Beethoven-Hauses und damit für die musikalische Öffentlichkeit gesichert werden. Nicht zuletzt ist dies dem Engagement herausragender Beethoven-Interpreten zu verdanken, die sich für Benefizkonzerte zur Verfügung gestellt haben. Nur dank dieser konzertierten Aktion war es möglich, dass sich nun Interpreten und Zuhörer anhand der wichtigsten Quelle dieses ganz außergewöhnliche Meisterwerk erschließen können.
Von dieser Handschrift erschien im Jahre 2010 eine hochwertige kommentierte Faksimileausgabe.